Sportfest18

03.06.2018 → Verfasst von


Sportfest18

Das Luzerner Hinterland als Mekka von 3000 Sport-Unions-Sportlern

ZELL/LU – Bei herrlichem Wetter haben über 3000 Turnerinnen und Turner drei Tage lang das Luzerner Hinterland gerockt. Über 100 Vereine kämpften am 21. Schweizer Sportfest um Titel und Medaillen der Sport Union Schweiz. Dabei wurde das Luzerner Hinterland zum wahren Breitensportmekka. Beim Festprogramm vom Sonntag konnte Bundesrat Ueli Maurer einer ganzen Reihe von Siegern gratulieren: den erfolgreichen Teilnehmern ebenso wie der Region und dem Breitensport insgesamt. Mit der Top-Note von 29,57 Punkten im Sektionswettkampf der Aktiven wurde der KTV Altstätten überragender Festsieger. Die Rheintaler konnten damit ihren Schweizer Sportfestsieg vom 2012 wiederholen.

Vom 1. bis 3. Juni 2018 drehte sich beim Sportfest18 Luzerner Hinterland alles um den Breitensport. Die Sport Union Schweiz hatte mit ihrem 21. Schweizer Sportfest den Weg aufs Land gewagt – und sie wurde dafür grossartig belohnt. Fünf Vereine aus drei Dörfern im Luzerner Hinterland (TV Grossdietwil, TV Luthern, DTV Luthern, Turnerinnen Ufhusen sowie TV Ufhusen) haben das Sportfest18 gemeinsam organisiert. Während der Vereins-, Spiel und Fachsport dezentral in den grossen Sportstätten Altbüron, Zell, Willisau und Ufhusen (Jugendnationalturntag) ausgetragen wurde, fand das Fest auf dem zentralen Festplatz Lehn in Zell statt.

Bewegungsfest am Freitag als Warm-up

Unter dem Motto «Wer sich viel bewegt, bleibt länger geistig fit» hatte OK-Präsident André Aregger am Freitag das Bewegungsfest in Luthern eröffnet. Dieser Auftaktanlass des Sportfest18 versammelt 220 mehrheitlich reifere Jahrgänge zu Bewegung ohne Leistungsdruck. «Es ist eine wunderbare Art, als langjähriger Turner beim Sportfest mit dabei zu sein, auch wenn man nicht mehr so fit und wendig ist wie mit 20», sagte beispielsweise Tony Rotschi, Präsident der Männerriege Zürich-Wollishofen. Viele der Teilnehmer waren begeistert vom wunderschönen Napfbergland und wollen sich später alles nochmals in Ruhe ansehen. Erlebnis und Kameradschaft waren Trumpf beim Bewegungsfest, sei dies nun auf dem Sagenweg mit spannenden Geschichten aus dem Napfgebiet, beim Besuch im schweizweit einzigen ganzjährigen Jurtendorf, beim schwungvollen Nordic Walking oder neuen Trends wie Smovey-Schwungringen und bewegtem Brain Training. Es wurde viel gelacht und bei sommerlichem Wetter auch rege geschwitzt. Dieses sanfte Warm-up für die Organisation leitete über zur offiziellen Sportfest-Eröffnung am Freitagabend.

Mit gemeinsamen Klängen der Musikvereine aus den mitwirkenden Dörfern wurden die Fahnendelegationen und Ehrengäste willkommen geheissen. Rund 200 Jugikinder aus Grossdietwil, Luthern und Ufhusen säumten den Einmarsch und bildeten eine wunderbare Kulisse. Später genossen die Einheimischen und die ersten angereisten Sektionen eine gemütliche Warm-up-Party im liebevoll inszenierten Turnerdörfli auf dem Festplatz Lehn in Zell. Spezieller Beliebtheit erfreuten sich dabei die eindrücklichen Holzbauarbeiten aus der Region, insbesondere die zweistöckige Bar und die trendigen Holzliegen.

Reibungsloser Wettkampfsamstag

Am Samstag, 2. Juni, bewältigte die Organisation des Sportfest18 die Anreise und Verpflegung der 102 aus der ganzen Schweiz angereisten Vereine mit Bravour. Alle erreichten rechtzeitig ihre dezentralen Wettkampfplätze und der straffe Zeitplan konnte eingehalten werden. Von Zell aus wurden die rund 3000 Teilnehmer mit Shuttlebussen verteilt: rund 1500 Sektionswettkämpfer und Akrobatikturner nach Altbüron auf die Sportanlage Hiltbrunnen, 1000 Sportler für die Disziplinen Faustball, Netzball, Volleyball und Unihockey ins Sportzentrum Willisau und rund 200 junge Nationalturner nach Ufhusen. Die etwa 800 Wahlmehrkämpfer blieben in Zell und fanden beim Oberstufenzentrum St. Martin ideale Bedingungen vor.

KTV Altstätten erneut der Überflieger im Sektionswettkampf

Im 3-teiligen und 1-teiligen Sektionswettkampf in Altbüron begeisterten die Vereine die vielen lokalen Zuschauer und mitgereisten Fans mit hochklassigen Leistungen. Mit vier Zehnern in den schätzbaren Disziplinen legte der KTV Altstätten aus dem St. Galler Rheintal die Basis für die Titelverteidigung als Schweizer Sportfestsieger in der obersten Stärkeklasse 1. Allerdings blieb ihm der KTV Oberriet, der härteste Widersacher aus den kleineren Regionalturnfesten der Vorjahre, dicht auf den Fersen. Auf dem 3. Rang klassierte sich der STV Roggliswil, dem von vielen im Vorfeld ebenfalls grosse Chancen auf den Festsieg eingeräumt wurden. Die Kategoriensiege in den restlichen Stärkeklassen der Aktiven sowie Seniorinnen und Senioren verteilten sich mehrheitlich auf Zentral- und Ostschweizer Vereine. Der 1-teilige Sektionswettkampf wurde vom TV Grosswangen dominiert. Die Rottaler siegten im Vereinsgeräteturnen mit der Top-Note 9,31 am Barren und in der Gymnastik mit 8,97. Auch in den Spielsportarten Faustball, Netzball, Volleyball und Unihockey liessen sich hauptsächlich die erwarteten Favoriten auf dem obersten Podestplatz nieder.

Ein beliebter Event im Rahmen des Schweizer Sportfests ist jeweils auch der Schweizerische Jugendnationalturntag. 188 jugendliche Nationalturner und 2 Nationalturnerinnen fanden in Ufhusen dafür perfekte Verhältnisse vor. Unter der Wettkampfleitung von Thomas Ettlin (Kerns), seines Zeichens zweifacher ehemaliger Sportfestsieger der Sport Union Schweiz in dieser Disziplin, wurde zugleich auch der Nationalturntag Luzern, Ob- und Nidwalden des Nationalturnverbandes ausgetragen. Das zahlreich aufmarschierte Publikum erlebte viel sportlichen Ehrgeiz der Jugendlichen und Leistungen in den Vornoten-Disziplinen. In den Zweikämpfen (Ringen und Schwingen) ging es am Nachmittag um die begehrten Auszeichnungen. In der Leistungsklasse 2, befand sich der 16jährige Grosswanger Samuel Schwyzer, in ausgezeichneter Form und bezwang in den vier Zweikämpfen alle seine zugeteilten Gegner souverän. Sein Gegner im Schlussgang war der Willisauer Philipp Marti. Auch er musste aber nach kurzer Gangdauer einsehen, dass an diesem Wettkampftag der Grosswanger stärker ist. Schwyzer meinte nach dem Sieg: «Dies ist mein erster Festsieg und das freut mich besonders und hoffentlich kann ich diese Leistungen auch am kommenden Samstag in Hochdorf, im Rahmen des Verbandsturnfestes Luzern, Ob- und Nidwalden wieder abrufen.» Die weiteren Kategoriensieger von Ufhusen: Christopher Marugg (NTV Baselland/Leistungsklasse 3), David Solenthaler David (STV Wollerau-Bäch/Leistungsklasse 1), Remo Erni (TV Grosswangen/Jugendklasse 2),Tim Schreiber (SK Fricktal/Jugendklasse 1) und Sales Tschudi (NT Netstal) bei den Piccolo’s. Gesamtrangliste unter: www.env-afgn.ch

Stolz auf die «grüne Welle»

OK-Präsident André Aregger (Ufhusen) zeigte sich beim Festakt am Sonntag mächtig stolz auf die Leistungen der «grüne Welle». «Das Luzerner Hinterland hat den über 100 angereisten Vereinen ein unvergessliches Breitensportspektaktel versprochen – und es hat Wort gehalten.» Die dezentrale Lage sei durchaus eine Herausforderung gewesen, aber das Projekt «Sportfest18» habe gezeigt, was gemeinsam möglich ist. Rund 80 Personen im OK und in den Unterressorts haben zusammen an einem Strang gezogen. Die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Vereinen und Gemeinden war nie ein Hindernis, sondern eine Bereicherung», hielt André Aregger fest. «Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam ein einzigartiges Fest organisieren können. Das wird unsere Region auch in Zukunft zusammenschweissen». Nebst dem grossartigen Einsatz der 800 Helferinnen und Helfer hob er speziell auch die grosszügige Unterstützung der beteiligten Gemeinden, der Hauptsponsoren Raiffeisenbank Luzerner Hinterland und JMC Software AG sowie des lokalen Gewerbes und der vielen weiteren Helfervereine hervor. Auch richtete er ein grosses Kompliment an die teilnehmenden Vereine: «Neben den sportlichen Höchstleistungen, die nur mit viel Fleiss und starkem Willen erreicht werden konnten, werden mir eure Kameradschaft und eure Begeisterungsfähigkeit in bester Erinnerung bleiben. Ihr ward das Salz in der Suppe!»

Gemeinschaftsbildendes Grossprojekt

Bundesrat Ueli Maurer gratulierte dem Luzerner Hinterland in seiner Festansprache zu diesem beeindruckenden Gemeinschaftswerk. Als Finanzminister der Schweiz erhofft er sich daraus auch einen Ansporn für die weitergehende Zusammenarbeit in andern Bereichen. Vor allem aber war es ihm als ehemaliger Sportminister ein grosses Anliegen, den Vereinen und ihren Helfern für den Anstoss zur Bewegung zu danken und den erfolgreichsten Sportfest-Teilnehmern persönlich ihre Medaillen und Kränze zu übergeben.

Ähnlich äusserte sich auch der Luzerner Regierungspräsident Guido Graf. «Als Luzerner Gesundheitsdirektor liegt es mir am Herzen, dass Sie sich gesund und wohl fühlen. Bewegung und soziale Vernetzung sind gute Schlüssel zu Gesundheit und Wohlergehen. Deshalb kann die Leistung der Ehrenamtlichen und Vereine, die dies ermöglichen, nicht hoch genug geschätzt werden.» Zum Abschluss forderte er die OK-Mitglieder auf die Bühne zu kommen, damit er sich bei jedem persönlich für die perfekte Organisation bedanken konnte.

Zentralfahne bleibt im Luzerner Hinterland

Als Abschluss des offiziellen Festakts am Sonntag würdigte Sepp Born (Hagendorn), Zentralpräsident der Sport Union Schweiz, die Signalwirkung des «Ersten Schweizer Sportfests auf dem Lande». Er sagte: «Dieses Wochenende hat gezeigt, dass auf der grünen Wiese ein wunderschönes Fest durchgeführt werden kann». In Regionen mit einer intakten Vereinsstruktur wie dem Luzerner Hinterland sei mit Visionen und Begeisterung vieles möglich, was in urbanen Zentren nur noch unter vielen Auflagen machbar sei. Er würdigte die immense Arbeit des OK und seiner Helfer und dankte auch der Bevölkerung. «Die Einzigartigkeit und Einmaligkeit dieses Anlasses ist von der Bevölkerung mit einer Freude aufgenommen worden, die uns tief beeindruckt hat.»

Traditionsgemäss wechselte die Zentralfahne der Sport Union Schweiz in einem festlichen Fahnenakt am Freitag vom OK des letzten Schweizer Sportfests 2012 Gossau-Fürstenland an das OK des diesjährigen Sportfest18 Luzerner Hinterland. Bis zum nächsten Schweizer Sportfest der Sport Union Schweiz amtet nun Christoph Lingg (Grossdietwil) als Zentralfähnrich. Er wird bereits am 6. April 2019 wieder einen Auftritt vor heimischem Publikum haben. Dann nämlich kehrt die Sport Union Schweiz – die nächstes Jahr 100 Jahr alt wird – mit ihrer Delegiertenversammlung in Ufhusen in das nun bestens vertraute Luzerner Hinterland zurück.

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